Make an Impact 2017 – Rabea berichtet aus Indonesien

Was hast du in deinem Projekt gemacht?

Unser Projekt begann in „Maleer“, ein sehr armer Stadtteil von Bandung, der sich direkt neben der luxuriösen Trans Studio Mall und einem Ibis Hotel befindet. An diese unterschiedlichen gesellschaftlichen Standards, die Tür an Tür existieren, musste ich mich erst mal gewöhnen. Hier konnten wir schnell einen sichtbaren Impact leisten: In der ersten Woche haben wir einige lehrreiche Präsentationen der NGO über die aktuelle Situation erhalten und mit diesem Wissen zwei aufklärende Mural Paintings (Wandmalereien) angefertigt. In der zweiten und dritten Woche haben wir eine Door-to-Door-Education durchgeführt und konnten damit fast 200 Haushalte über Mülltrennung und Recycling aufklären. Es war erstaunlich, wie offen uns ausnahmslos alle Familien empfangen und zugehört haben, obwohl sie teilweise unter ärmsten Bedingungen leben. Außerdem haben wir einen Vertical Garden und eine Green Corner eingerichtet, um den wenigen Platz in diesem Stadtteil ideal zu nutzen. Wir wurden von allen Dorfbewohnern immer freundlich mit „Bule“ empfangen, was wortwörtlich „Albino“ heißt, aber keinesfalls rassistisch gemeint ist. Viele haben uns tatkräftig bei unseren Projekten unterstützt und an manchen Tagen wurden wir bekocht. Sprachbarrieren konnten wir durch unseren lokalen Helfer gut überwinden, denn Englisch konnte hier kaum jemand. In den Wochen vier bis sechs haben wir drei Schulen besucht und mit Hilfe von lehrreichen Präsentationen über Abfallmanagement, Süßigkeiten und Auflockerungsspielen konnten wir auch hier viel Aufmerksamkeit erzielen und einen Impact erreichen. Viele Kinder kamen zu uns und legten unsere Hand auf ihre Stirn um uns Respekt zu erweisen – eine sehr ehrenvolle Geste. Außerdem konnten wir insgesamt vier Roadshows zum Thema Abfallmanagement durchführen und so interessierte Einwohner aus allen Schichten erreichen und mit Flyern aufklären.

Was sind deine Eindrücke von Indonesien?

Obwohl ich vorher schon ein bisschen durchs Land reisen konnte hatte ich nach den ersten Tagen in meiner Gastfamilie einen kleinen Kulturschock. Ich lernte zwar schnell auch ohne Dusche und europäischer Toilette zu Recht zu kommen, aber der chaotische Verkehr und der heftige Smog haben mich doch einige Nerven gekostet. Wettgemacht wurde dies definitiv durch die unglaubliche Gastfreundschaft. Bereits zum Frühstück wurde ich mit frittierten Köstlichkeiten von meiner Gastmutter verwöhnt und da ich meist sehr früh von den Gebetgesängen der Moschee wach wurde hatte ich auch schon Hunger.

Was hast du aus deiner Zeit in Bandung mitgenommen?

Bei der Organisation der vielen kleinen Projekte kamen oft die Kulturunterschiede zwischen Indonesien und Deutschland zum Vorschein. An manchen Tagen war es sehr frustrierend für mich, dass Pünktlichkeit und klare Strukturen eher in Deutschland zur Tagesordnung gehören. Wir mussten oft improvisieren und flexibel bleiben, aber gerade diese Erfahrungen, an denen ich persönlich gewachsen bin, haben meine Zeit in Indonesien so unbeschreiblich und wertvoll für meinen weiteren Karriereweg gemacht!

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